Bernexpo Groupe: Nomen est omen

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Bernexpo Groupe in der Live-Kommunikation: Mehr als ein Etikettenwechsel.

Bernexpo Groupe in der Live-Kommunikation: Mehr als ein Etikettenwechsel.

Der anlässlich der Einweihung der neuen Ausstellungshallen Naha 2 in Bern verkündete Namenswechsel der bernischen Messeunternehmen war ein Paukenschlag: Still und leise, aber temporeich, hat sich der Messeplatz Bern in den letzten Jahren aufgemacht, seine Stellung im Veranstaltungswettbewerb auszubauen. Nicht wenig erstaunt waren deshalb die zur Eröffnung der neuen Messehallen im April geladenen Gäste, dass man ihnen nicht nur das versprochene, in Rekordzeit gebaute schmucke Messegelände präsentierte. Sondern gleichzeitig den Namenswechsel auf Bernexpo Groupe.

Und das steckt hinter der neuen Etikette Bernexpo Groupe: Der frühere Name des Unternehmens, historisch aus der grössten Messe am Platz entstanden, war nicht mehr nur unzeitgemäss, er war irreführend. Denn die Bernexpo Groupe positioniert sich heute nicht mehr ausschliesslich im Messe-und Kongressgeschäft, sondern setzt einen stärkeren Akzent auf das Eventgeschäft, neudeutsch auf Live-Kommunikation. Unnötig festzuhalten, dass im Zuge dieser Neupositionierung auch das Messekerngeschäft neu an- und überdacht wird.

Aus diesem Grund ist der Namenswechsel mehr als ein reiner Etikettenwechsel. Er geht einher mit einer in den letzten Jahren hart erarbeiteten Strategieerweiterung. Nomen est omen oder kleine Ursache, grosse Wirkung: Das französischsprachige «e» im Wortzusatz «Groupe» zeigt, dass man sich nicht in einem fiktiven globalen Markt, sondern gemäss eigenen Aussagen als einziger Messeplatz in der Schweiz, auf den sowohl deutschsprachige als auch Kunden aus der Romandie kommen, positioniert. All business is local.

Und was hat dieser Markenwechsel gekostet? Gemäss CEO Roland Brand einen Betrag in sechsstelliger Höhe. Eine teure Markenarchitektur also? Nein. Die grössten Kosten entstehen für die Neugestaltung der Beschilderung (Signalethik) mit dem neuen Namen.

Kein Zweifel: Die Ausrichtung der Bernexpo Groupe ist durchdacht. Weitere Signale zur Neulancierung sind zu erwarten. Bleiben wir dran.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Machen Sie Ihre Kunden erfolgreich?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Ausstellung + Kongress + Demonstrationsfeld = Urbantec Köln

Ausstellung + Kongress + Demonstrationsfeld = Urbantec Köln

Legen Sie jetzt den Grundstein für Ihren künftigen Geschäftserfolg. Indem Sie Ihre Kunden erfolgreich machen.

Die neu lancierte UrbanTec, Smarte Technologien für bessere Städte, in Köln ist ein Paradebeispiel für kleine und grosse Unternehmen, wie man ein neues Geschäftsfeld schafft, indem man zuerst auf die Kunden anstatt auf sich selber schaut.

Ganz unüblich für die Präsentation einer Messe wurden bei der Lancierung der UrbanTec in Zürich nicht einfach die Inhalte der neuen Messe präsentiert. Sie wissen schon: Wir können, wir wollen, wir werden – was letztlich immer auf die eine und gleiche Aussage hinausläuft: Wir sind die Besten in unserem Fach. Nein, für einmal wurde die Entstehung eines neues Geschäftsbereichs selber thematisiert und es wurde zum Lehrstück für alle Marketer, klein oder gross, die für neues Business verantwortlich sind.

Zuerst steht die Erkenntnis, dass man mit den Methoden der Vergangenheit, in der Messewirtschaft war das die Fixierung auf das Vermieten von Hallenfläche, in Zukunft nur bedingt erfolgreich sein wird. Dr. Christian Glasmacher, Leiter Geschäftsbereich Unternehmensentwicklung der Koelnmesse, drückte das so aus: «Wir wollen nicht mehr nur Platzanweiser für die Quadratmetervermietung in unseren Messehallen sein, sondern einer Branche Impulse geben». Die «Branche» der Grossstädte hat sie bitter nötig, bevor sie weiter Richtung Verschmutzung, unkontrolliertes Bevölkerungswachstum oder Rohstoffmangel, zuerst an Wasser, schreitet. Und wer kennt sich hier am besten aus?

Nun, die Koelnmesse selber hat mit der Deutschen Länderbeteiligung an der World Expo 2010 in Shanghai unter dem Titel «Balancecity – Eine Stadt im Gleichgewicht» gute Erfahrungen gesammelt. Hier war sie allerdings Auftragnehmerin für die Durchführung. Eine Messe selber neu erfinden heisst, sie vordenken.Richtigerweise hat sich die Koelnmesse nicht angemasst, aus dem Nichts zum Themenführer zu werden. Auch ein Grossunternehmen kann neue Strategien nicht allein aus eigener Kraft entwickeln. In Workshops mit externen Beratungsunternehmen (Think Tanks), mit der Politik und mit massgebenden Verbänden wurden zuerst die wichtigsten Felder zum Thema City-Technologie definiert. Diese wurden dann auf sieben Kernbereiche reduziert.

Auch eine wichtige Erkenntnis: Messen der Zukunft müssen neu definiert werden in der Art: Was wäre, wenn wir nicht mehr im Mietgeschäft tätig wären? Was wäre, wenn es keine Messehallen gäbe? Was wäre, wenn es keine Messen gäbe? Naheliegende Antwort: Die Messe der Zukunft findet (auch) jenseits der Messehallen statt. Im Falle der UrbanTec in Köln in Nordrhein-Westfalen, einem der grössten Ballungsgebiete in Europa, liegt es auf der Hand, mit dem sogenannten Demonstrationsfeld nahe Anwendungsmöglichkeiten aus der Umgebung zu zeigen. UrbanTec = Ausstellung, Kongress + Demonstrationsfeld.

Eine einfache Anschauung, wie man New Business Development betreibt, nicht wahr? Ja, aber das haben wir doch schon immer gewusst? Wirklich?

Wird die UrbanTec erfolgreich sein? Schaun’ wer mal: Vom 24. – 26. Oktober 2011 in Köln.

P.S. Machen Sie Ihre Kunden erfolgreich? Wir machen mit.

 

 

 

Urs Seiler / www.smartville.ch

Feiern Sie Ihre Misserfolge.

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Kürzlich war ich an dem Innovations Forum des Tourism Pool in Baden bei Zürich. Nein, nicht jenes mit altem Wein in neuen Schläuchen. Es war alter, aber guter Wein.

Fragestellung war: Wie werden wir innovativ? Und wie können wir diesen Prozess katalysieren? Einstein hat gesagt, die Definition von Wahnsinn sei, die selben Dinge immer und immer wieder zu tun, um danach neue Resultate zu erwarten.

Ganz richtig. Und genau darum ging’s auch in Baden: Nämlich um den Mut, auch Fehler zuzulassen, nein, nicht nur das, sondern sogar um das Schaffen einer Unternehmenskultur, die ermutigt, Fehler zu machen. Balthasar Wicki, ein erfahrener Coach von vielen Unternehmen dazu: «Feiern Sie nicht nur Ihre Erfolge. Feiern Sie auch Ihre Misserfolge». Einer der erfolgreichsten Manager der Schweiz, Marc Biever hat eingeführt, dass in den von ihm geleiteten Unternehmen Fehler nicht vertuscht, sondern belohnt werden.

Das hat seine Logik: Missverstädnisse und Fehler bilden häufig den Auftakt für eine neue Erkenntnis, auf die wir sonst nicht gestossen wären. Es kann zu einer für jedermann lernbaren Innovations- respektive Kreativitätstechnik gehören, durch eine sogenannte Reizwort-Analyse zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Wir kommen vom Wort und von der Linguistik her. Deshalb hat uns eine der jüngsten Inspirationen zum Thema von Mario Pricken, besonders gut gefallen. Er empfiehlt bei der Suche nach Kreativität respektive Innovationen sich von herkömmlichen Begriffen zu befreien. Sie möchten eine neue Industriemaschine erfinden? Wie wär’s dann damit, dass sie das Wort «Maschine» aus Ihrem Wortschatz streichen und anstelle dessen ein neues finden, das seinen Zweck oder seine Anwendung emotionaler beschreibt. Die Chancen sind gross, dass sie auf diesem Weg zu Innovationen gelangen. Danach fragen Sie Ihre Kunden, wie ihnen ihr neues Produkt gefällt.

Kreativität ist grenzenlos. Entfesseln wir sie.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Jenseits des m2: Interpack in Düsseldorf

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Der Trend zur Kongressmesse hat die Leitmessen erfasst. Die Interpack, Leitmesse für Verpackungstechnologie in Düsseldorf, ist ein massgebendes Beispiel dafür, dass zahlreiche Messeveranstalter verstanden haben, dass das Geschäftsmodell des Handels mit temporärem Immobilienbesitz für sie selber und ihre Kunden nicht mehr genügt. Messen, das wurde auf einer Auma-Tagung schon vor 10 Jahren erkannt, sind als Plattformen der Wissensgesellschaft auch Foren der Weiterbildung.

Was es bedeutet, von der Material- und Warenökonomie wegzukommen und Wissen anstelle von Quadratmetern anzubieten, wird auf der diesjährigen Interpack in Düsseldorf (Expodata 4/2011 vom 20. April) deutlich: Eines der Kongressthemen zeigt, wie Verpackungen, so widersinnig das im ersten Moment tönen mag, einen Beitrag zur Ökologie leisten können. Dann nämlich, wenn Sie hilft, den Abfall von Lebensmitteln, die verderben, zu reduzieren. Zu solchen und weiteren Themen wie Save Food, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Convenience wird auf der Interpack vom Mai 2011 an den Rahmenanlässen viel zu hören sein.

 

Interpack: Plattform der Wissensgesellschaft

Interpack: Plattform der Wissensgesellschaft

Leitmessen sind auf dem Weg, den Wandel des m2-Denkens zum qualitativen Denken zu vollziehen. Eine Konsequenz davon ist: Die Messewirtschaft, die Aussteller- und Besucherkunden und die Öffentlichkeit, müssen umdenken und wegkommen vom quantitativen Denken. Es sind nicht mehr einfach die Höhe der vermieteten Hallenfläche oder die Zahl der BesucherInnen, an denen wir die Güte einer Messe messen dürfen. Es sind viel mehr die berühmten weichen Faktoren, die in Zukunft (match?)entscheidend für den Erfolg einer Messe sein werden.

Wie gesagt, haben viele Messeveranstalter dieses Prinzip verstanden. Jetzt ist es an ihnen, der Öffentlichkeit und der Presse diesen Paradigmawandel vom quantiativen zum qualitativen Denken zu kommunizieren.

Urs Seiler / www.smartville.ch

EuroShop 2011: Mitmachen, um dabei zu sein?

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Oder ausstellen, um zu gewinnen? Kunden, Budgets und Aufträge?

Kürzlich haben wir eine Exponentin eines namhaften Branchenverbandes der Messebauwirtschaft zu sichtbaren neuen Ausstellungstrends auf der EuroShop in Düsseldorf, die am 2. März zu Ende ging, gefragt. Ihre inhaltsreiche Messe-Analyse lautete: «Individuelle, stringent geplante und umgesetzte Konzepte mit Liebe zum Detail. Das macht einen Messeauftritt aus, da ist die Farbe des Fußbodens wirklich Nebensache – auch wenn die Architekten das nicht hören mögen». Oh, wirklich? Individuell? Stringent geplant? Mit Liebe zum Detail? Also wenn das unser Anforderungs-Profil an einen Markenauftritt im Raum wäre, dann gute Nacht.

Unsere liebe Pressdame hat dann noch einen drauf gesetzt: «Unsere Ausbeute auf der EuroShop als Aussteller war gigantisch». Gigantisch? Ich würde keine Wette darauf eingehen. Seien wir ehrlich: auf Messen läuft per se viel und Aussteller haben die Neigung, sich vom hektischen Tun blenden zu lassen und den angeblich nicht messbaren Messeerfolg mit dem berühmten Bauchgefühl zu beurteilen.
Wie man heute ausstellt, wurde unter anderem am Stand von d’art design sichtbar. Er demonstrierte eine gewisser Rückkehr zu materialisierten Messeständen. Genau, jenen mit richtigen Räumen, Dächern und Wänden. Und natürlich dem aussschlaggebenden Kriterium für jeden Messeerfolg: einer wirksamen Kommunikation. Solche Kompetenz ist mit ein Grund, dass die EuroShop 2011 die erfolgreichste (106’000 BesucherInnen) und die grösste (2028 Aussteller) war.


   Schau’ mal: Messestand ohne Dächer und Wände.                    Räume, die sprechen auf der EuroShop 2011.

Die EuroShop sah eine vollständige und radikale Abkehr von den teilweise «entmaterialisierten» Konzeptständen auf der EuroShop 2008 und 2005. Spurenelemente dieser Ideologie geisterten allerdings noch erkennbar auf dem Stand der Fachhochschule Düsseldorf herum. Die heutigen Studenten sind durch das Dogma der Nachhaltigkeit (Achtung: Grün!) und den kollektiven Zwang, am liebsten gar keine Materialien mehr zu verwenden, offenbar so eingeschüchtert, dass Ihnen darob der Realitätssinn für gebaute Identitäten (Corporate Identity) vollständig abhanden gekommen zu sein scheint.

P.S. Nehmen Sie Ihre Markenführung im Raum wieder in die eigenen Hände. Machen Sie aus Ihrer Messe ein Messe-Aktionsprogramm. Mit klaren und messbaren Umsatzzielen. Wir machen mit.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Wie stark rockt Ihre Marke?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Wir leben in einer neuen Ära. Die digitalen Medien haben nicht nur den Medienkonsum irreversibel verändert, sondern auch die Business:to:Business-Kommunikation. Manchmal in einem Tempo, dem schwierig zu folgen ist.

Die neue digitale Wirtschaft belebt auch die Messe- und Eventwirtschaft, wie am MX28-Kongress in München deutlich wurde. Manchmal kam allerdings der Eindruck auf, die grössten Messeveranstalter tappten noch im Dunkeln, was den Einsatz von neuen Medien für ihr Kundenmarketing betrifft. Das ist nicht richtig, führende Messe- und Kongressveranstalter haben den Sprung über ihr historisches Geschäftsmodell des Vermietens von Quadratmetern längst vollzogen. Der Einbezug von sozialen Medien wie Twitter, Facebook und anderen gehört heute zum Standard in der Kundenkommunikation. Als wegen der durch die Vulkanasche aus Island ausgelösten Turbulenzen ein Kongress abgesagt werden musste, konnte man diese Absage auf Twitter lesen, bevor der Kongressveranstalter seine offizielle Kommunikation in die richtigen Kanäle platziert hatte.

Digitale Medien ebnen jetzt den Weg zu einer weiteren Revolution. In England wurde der Rap-Song der Pop-Stars Mr George und Lisa Roxanne für den Werbeclip der nachhaltig produzierten Milchprodukte der Marke Yeo-Valley in die Download-Charts von iTunes katapultiert. Stellen Sie sich vor: Einen hitparadenverdächtigen Bekanntheitsgrad für Ihre Marke oder besser: für die Marke Ihres Kunden und gleichzeitig ein Zusatzgeschäft schaffen durch die Kombination Ihrer Markenpolitik und Popkultur! Das ist Rock ‚n’ Roll für Ihre Marke. Yo.

«Yeo-Valley, we change the game, it will never be the same». Wir bleiben dran.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Messen: Brücken ins Auslandsgeschäft

Written by Urs on . Posted in Messe CEO, Messe Manager

«Eine Messe bietet Marktchancen, macht Bewegungen im Markt transparenter und beschleunigt sie. Aber jeder Marktpartner ist seines eigenen Glückes Schmied.»

Ganz richtig, lieber Raimund Hosch. Der Vorsitzende der Geschäftsführung der Messe Berlin bringts auf den Punkt: Ein Messeveranstalter ist dafür zuständig, die idealen Rahmenbedingungen für ein Thema oder eine Branche herzustellen. Hier beginnt dann aber die Aufgabe des Ausstellers: Kundenakquise ist im Kern seine ureigenste Aufgabe.

Im Zuge der Globalisierung, die auch klassische Klein- und Mittelbetriebe erfasst, lohnt sich die Überlegung, welche Auslandmessen ein Veranstalter, zusätzlich zu seinen Heimmessen, im Portfolio hat und wo diese eine Brückenfunktion für das Auslandmarketing für einen Aussteller einnehmen können.

Wie kann man aber als Klein- und Mittelbetrieb, auch mit begrenztem Werbeetat, einen nachweislichen Messeerfolg erzielen? Durch langfristig angelegte, nicht punktuelle und konsequent umgesetzte Kommunikationsmassnahmen. Nutzen Sie Ihr Messeprogramm 2011 zur parallelen Flankierung eines Kommunikations- und Presseplans. Denn es gilt: Keine Messe ohne Presse. Damit steuern Sie die Wahrnehmung Ihres Unternehmens nach aussen. Weil Messen länger dauern, als sie dauern, nämlich 365 Tage.

Solche und ähnliche Trends und Entwicklungen finden Sie regelmässig in diesen Spalten. Nutzen Sie es für Ihren Kommunikationscheck.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Messen und Soziale Medien: Die neue Realität

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Immer weniger Aussteller nutzen die Chancen, die eine flankierende Pressearbeit zum Messeauftritt bieten. Das war auch auf der Suisse-Emex vom August der Fall. Von 371 Ausstellern nutzen 5 die Pressefächer, nur einer von Ihnen legte eine aktuelle Pressmappe, die sich mit dem Auftritt auf der Suisse-Emex befasste, auf. Wie die Referenten zum Thema «Was funktioniert auf Messen» auf der Suisse-Emex zeigten, besteht im Vernetzen eines Messeauftritts mit sämtlichen Kommunikationskänalen ein grosser Nachholbedarf in der ausstellenden Wirtschaft.

Pressearbeit bedeutet heute, auch Soziale Netzwerke wie Facebook oder Xing und Blogs einzubeziehen. Für wen eignen sie sich?

Soziale Medien bringen etwas, für Anbieter von Konsumgütern, namentlich für Marken, die ein Zielpublikum im Alter von 13 bis 35 Jahren ansprechen, weil dieses bereits dort ist. Auch Messeveranstalter von Verbraucher- respektive Publikumsmessen können Soziale Medien wie Facebook oder Twitter nutzen, um sich als aktive Meinungsführer anstatt als passive Mitglieder hervorzutun.

Für Unternehmen im Business:to:Business Bereich, wie die Aussteller auf der Suisse-Emex lohnt sich die Überlegung, wie man auf Online-Plattformen wie Xing ein grösseres Publikum erreicht. Wer sich nicht auf Foren wie http://www.myemex.ch/ registriert vergibt eine grosse Chance, mit geringem Aufwand mit seiner Zielgruppe zu sprechen. Erhält man mit solchen Mitgliedschaften tatsächlichen Response? Nicht immer. Aber sie bringen einen beträchtlichen Mehrwert: Sie verbessern die Positionierung bei Suchmaschinen wie Google oder Search.

Blogs sind als Kommunikationskanal eine äufwändige Aufgabe. Die Blogs einer Branche müssen recherchiert und dann mit Inhalt gefüllt werden. Sie sind die moderne Form der Pressearbeit. Nutzen Sie sie. Ohne Fleiss kein Preis.

 

Urs Seiler / www.smartville.ch

Wer ist die Schönste im ganzen Land?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Von den weltweit führenden Leitmessen finden gemäss Auma zwei Drittel in Deutschland statt. Zu den rund 150 internationalen Messen kommen über die Hälfte der 160 000 Aussteller aus dem Ausland. Drei der fünf grössten Messegelände der Welt liegen in Deutschland. Es sind die Deutsche Messe in Hannover mit 553 965 m², die Messe Frankfurt mit 405 450 m² und die KölnMesse mit 384 000 m² (Auma-Zahlen inklusive Freigelände). Aber wir fragen ja nicht nach der grössten, sondern nach der attraktivsten Messe.
Wenn man es aus Sicht der durch die Aussteller- und Besucherkunden getätigten Ausgaben betrachtet, sind das die Messen mit dem grössten Gesamtumsatz. Hier lag im 2009 Düsseldorf vor Frankfurt, München und Hannover (Kennzahlen in Expodata 6/2009).

In Deutschland werden durch die Organisation von Messen rund 226 000 Arbeitsplätze gesichert. In den ausstellenden Unternehmen sind rund 100 000 Vollarbeitsplätze für Messeaufgaben zu verzeichnen. Die jüngste Studie der Messe Düsseldorf spricht von insgesamt 28 100 Arbeitsplätzen, die durch Messen und Kongresse in Düsseldorf ausgelöst werden (23 600 messebezogen, 4500 kongress- und eventbezogen). Stellt man das in Relation zu den gesamtdeutschen 326 000 Arbeitsplätzen, sind die grössten Standorte wie die erwähnten jeweils für rund acht bis zehn Prozent der Messearbeitsplätze verantwortlich. Fazit: Die in solchen Studien durch Interviews und dann Hochrechnungen erstellten Werte sind – in etwa – richtig.

Gemäss einer Umfrage in Impuls sind aber womöglich die besten Gastgeber die «schönsten», das heisst jene Messeplätze mit dem attraktivsten Angebot an MessebesucherInnen. Hier liegt Düsseldorf an erster Stelle, gefolgt von Hannover, Leipzig und München. Fazit: Der Messewettbewerb wird in den nächsten Jahren verstärkt ein Wettbewerb um den Messebesucher sein.

 

Urs Seiler, www.smartville.ch

Renaissance der Messe? Ist der Papst katholisch?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Ende 2007 erschien in der Auma-Edition die Studie Messewirtschaft 2020, Zukunftsszenarien. Sie liefert allerhand Lesenswertes, wenn man sich in sie vertieft, kann allerdings gelegentlich der Eindruck entstehen, dass Messen in Deutschland in Zukunft ohne den Kunden stattfinden werden, so marginale Aufmerksamkeit wird ihm hier gegeben. Die Befürchtung, dass die wichtigsten Leitmessen nach Asien respektive in die BRIC-Staaten nach Brasilien, Russland, Indien oder China abwandern, ist unübersehbar.

Zur Zeit läuft die Entwicklung aber genau in die umgekehrte Richtung. Dem Internet sei dank. Die Messeveranstalter haben nicht nur verstanden, dass der Paradigmawandel im Marketing auch ihr Geschäft betrifft: aus den vier P’s des Schulbuchs werden die 4 C des digitalen Marketings: Community, Co-Creation, Customization, Conversation. Was bedeuten die 4 C für die Messewirtschaft?

Community-Marketing ist die Verlängerung der Messe über die Messehallen hinaus. City-Branding ist das Trendthema der Messewirtschaft. Neben Mergers + Acquisitions (Übernahmen).

Co-Creation: Messeplätze haben verstanden, dass der Prosumer von heute mit seiner Marke selber etwas schaffen will. Am besten etwas, das ihm oder ihr hilft, seinen eigenen unternehmerischen Erfolg zu vergrössern. Die Interzum-Messe Köln hat zu diesem Zweck eine digitale Postkarte für jedermann entwickelt, der sich bei seinen Kunden auf massgeschneiderte – eindrückliche – Weise in Erinnerung rufen will.

Customization bedeutet, für jeden Kunden ein gesondertes, individuelles Angebot anzubieten. Mass-Customization hat viele Branchen erfasst.

Conversation: im Zeitalter von sozialen Webpages wie Facebook, Twitter, Xing erreicht man mit digitaler Conversation jene User, die (noch) nicht auf die Messe kommen. Aber Achtung: wie hat ein renommierter Trendforscher formuliert: Off = On. Es bedeutet: sämtliche Online-Conversation verfolgt stets ein und nur ein finales Ziel: sich in der realen Welt zu treffen. Auf Ihrer Messe?

Warum nicht?

Urs Seiler / www.smartville.ch