EuroShop 2011: Mitmachen, um dabei zu sein?
Oder ausstellen, um zu gewinnen? Kunden, Budgets und Aufträge?
Kürzlich haben wir eine Exponentin eines namhaften Branchenverbandes der Messebauwirtschaft zu sichtbaren neuen Ausstellungstrends auf der EuroShop in Düsseldorf, die am 2. März zu Ende ging, gefragt. Ihre inhaltsreiche Messe-Analyse lautete: «Individuelle, stringent geplante und umgesetzte Konzepte mit Liebe zum Detail. Das macht einen Messeauftritt aus, da ist die Farbe des Fußbodens wirklich Nebensache – auch wenn die Architekten das nicht hören mögen». Oh, wirklich? Individuell? Stringent geplant? Mit Liebe zum Detail? Also wenn das unser Anforderungs-Profil an einen Markenauftritt im Raum wäre, dann gute Nacht.
Unsere liebe Pressdame hat dann noch einen drauf gesetzt: «Unsere Ausbeute auf der EuroShop als Aussteller war gigantisch». Gigantisch? Ich würde keine Wette darauf eingehen. Seien wir ehrlich: auf Messen läuft per se viel und Aussteller haben die Neigung, sich vom hektischen Tun blenden zu lassen und den angeblich nicht messbaren Messeerfolg mit dem berühmten Bauchgefühl zu beurteilen.
Wie man heute ausstellt, wurde unter anderem am Stand von d’art design sichtbar. Er demonstrierte eine gewisser Rückkehr zu materialisierten Messeständen. Genau, jenen mit richtigen Räumen, Dächern und Wänden. Und natürlich dem aussschlaggebenden Kriterium für jeden Messeerfolg: einer wirksamen Kommunikation. Solche Kompetenz ist mit ein Grund, dass die EuroShop 2011 die erfolgreichste (106’000 BesucherInnen) und die grösste (2028 Aussteller) war.
Schau’ mal: Messestand ohne Dächer und Wände. Räume, die sprechen auf der EuroShop 2011.

Die EuroShop sah eine vollständige und radikale Abkehr von den teilweise «entmaterialisierten» Konzeptständen auf der EuroShop 2008 und 2005. Spurenelemente dieser Ideologie geisterten allerdings noch erkennbar auf dem Stand der Fachhochschule Düsseldorf herum. Die heutigen Studenten sind durch das Dogma der Nachhaltigkeit (Achtung: Grün!) und den kollektiven Zwang, am liebsten gar keine Materialien mehr zu verwenden, offenbar so eingeschüchtert, dass Ihnen darob der Realitätssinn für gebaute Identitäten (Corporate Identity) vollständig abhanden gekommen zu sein scheint.
P.S. Nehmen Sie Ihre Markenführung im Raum wieder in die eigenen Hände. Machen Sie aus Ihrer Messe ein Messe-Aktionsprogramm. Mit klaren und messbaren Umsatzzielen. Wir machen mit.
Urs Seiler / www.smartville.ch