«Talent nutzen, um die Welt zu verändern»

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Alexander Osterwalder: «Wir haben es gewagt, anders zu sein.»

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Fragen Sie sich manchmal auch: Was können wir Wettbewerbern, die mit phantastischen neuen Geschäftsmodellen operieren, entgegensetzen? Die Antwort lautet: Ihr eigenes, neues Geschäftsmodell generieren. Das ESPRIX Forum für Excellence in Zusammenarbeit mit der St. Gallen Consulting Group SCG, gab ausser-gewöhnliche Antworten, wie auch Sie visionäre Ideen in spielverändernde Geschäftsmodelle verwandeln. Urs Seiler sprach am Esprix-Forum mit Keynotespeaker und Bestseller-Autor Dr. Alexander Osterwalder.

 

Interview mit Dr. Alexander Osterwalder am ESPRIX Forum für Excellence am 6. März 2014 im KKL Luzern von Susanne Wille und Urs Seiler.

 

Herr Osterwalder, Sie haben Ihren eine Million Mal verkauften Bestseller «Business Modell Generation» geschrieben. Wie ist es gekommen, dass sich die Wirtschaftswelt darauf stürzt?

Wir mussten uns also differenzieren, um erfolgreich zu sein. Also haben wir zum Start ein Breitformat lanciert. Wir haben es gewagt, anders zu sein. Aber wenn nur Unsinn in einem Buch steht, dann ist Differenzierung auch nicht genug. Wir sehen, dass Leute unsere in Business Modell Generation beschriebenen Werkzeuge benötigen, weil sie ein komplexes Thema handlich machen und weil es im Sitzungszimmer gelehrt und erprobt werden kann.

 

Haben Sie Ihre in Business Modell Generation aufgestellte Theorie des Prototyping in Ihren eigenen Unternehmungen getestet und wie hat sie den Crash-Test überstanden?

Der Test für das Buch war der Vorverkauf, wo wir gesehen haben, dass es gut läuft. Und wir haben es wie gesagt gewagt, anders zu sein, indem wir 470 Leute mitarbeiten liessen, aber anders: sie haben uns bezahlt, dass sie Teil der Bewegung Business Model Generation wurden, nicht wir haben sie bezahlt. Und wenn ich meine Ideen mit 470 Leuten teile, dann ist das auch ein Risiko. Es hat sich gelohnt. Wir haben für das Buch mit unserem eigenen, darin beschriebenen Modell der Canvas gearbeitet und eine Million Bücher verkauft.

 

Jetzt möchten Sie auch mit Ihrem Softwareunternehmen Strategyzer.com in Toronto Weltspitze werden und 200 Millionen Franken Umsatz machen. Ist tatsächlich alles machbar mit Ihrem Business Modell Generation?

Das sieht vielleicht wie Grössenwahn aus, ist es aber nicht. Es ist grosses Denken. Ich bin zwar grundsätzlich sehr offen, aber nicht sehr risikofreudig. Auch ich musste das zuerst lernen, das Denken in grossen Dimensionen. Aber am Schluss hilft alles nichts, ausser man tut es.

 

Ein grosses Thema in Business Modell Generation heisst testen durch das Erstellen von Prototypen. Weshalb ist das so wichtig?

Es gibt Dinge, die Unternehmem grundsätzlich falsch machen wie: Man erfindet ein neues Geschäftsmodell und ein Markenversprechen (Value Proposion). Wie einer unserer Bankenkunden. Aber die Bank hat über das Geschäftsmodell und die Value Proposition mit keinem einzigen Kunden gesprochen. Vor einer Präsentation im Sitzungsraum und bevor Sie es dem Management zeigen, müssen Sie es durch die Prüfung ihrer Kunden gehen lassen. Aber das Problem ist, dass sich Mitarbeitende vor ihrer Unternehmenskultur fürchten. Sie präsentieren lieber eine Idee, die beim Management gut ankommt, weil sie dann gut dastehen. Deshalb überleben neunzig Prozent der Businesspläne den ersten Kundenkontakt nicht.

 

Sie wollen mit Ihrem Software-Unternehmen in Afrika investieren. Wieso Afrika?

Wenn etwas gerecht verteilt ist in dieser Welt, dann ist das Talent. Afrika ist ein riesiger Kontinent mit Talenten, die spannende Geschäftsmodelle entwickeln können. Viele Investoren verlassen die traditionellen Märkte und gehen heute nach Afrika, weil sich hier noch profitable Geschäftsmodelle bilden lassen. Das ist keine karitative Angelegeneheit, es geht darum, Talent zu nutzen, um die Welt zu verändern. Viele Leute, die begeistert sind wollen die Welt verbessern. Ihr erfolgreicher Betrieb wird dann zum Nebenprodukt.

Der nächste Prix Esprix findet statt am 5. März 2015 im KKL Luzern.

P.S. Business Canvas auf einer A4-Seite können Sie hier bequem abholen: http://www.businessmodelgeneration.com/downloads/business_model_canvas_poster.pdf

P.S. 2: Verlangen Sie Informationen der Smartville Strategie- und Turnaround-Seminare «The Future is Bright, the Future is Now». Rufen Sie uns an.

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