Messen: verhaltener Optimismus für 2012

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Vor zwei Jahren haben wir an dieser Stelle geschrieben, dass das Messejahr 2009 als das schwierigste seit dem Ende des New Economy Booms im 2002 in die Geschichte eingehen werde. Sämtliche massgebenden Kennzahlen wie die Anzahl Aussteller, die vermieteten Standflächen oder die Zahl der MessebesucherInnen waren rückläufig. Innerhalb eines Jahres sanken die durchschnittlichen Etats für Messebeteiligungen von 386’000 Euro auf 345’000 Euro. Wie sieht die Situation heute aus?

Gemäss den Erhebungen des Auma befanden sich die Messen im 2011 klar auf Wachstumskurs. Die Ausstellerzahlen auf den 135 internationalen Messen stiegen im Vergleich zu den jeweiligen Vorveranstaltungen im Durchschnitt um rund 3 %. Das ergaben vorläufige Berechnungen des AUMA_Ausstellungs- und Messe-Ausschuss der Deutschen Wirtschaft. Die Beteiligungen aus dem Ausland stiegen überdurchschnittlich um gut 4 %, während die Zahl der deutschen Aussteller nur um rund 1 % zulegte. Auch die Standflächen wurden größer, um 2 %, nach Rückgängen in 2009 und auch noch im Jahr 2010. Rund 3 % mehr Besucher wurden registriert. Die deutschen Messen haben sich damit spät, aber deutlich von der Wirtschaftskrise 2011 erholt.

Dieses Bild spiegelt ziemlich genau den Tenor, den wir selber aus der Messewirtschaft von Veranstaltern und Dienstleistern erhalten. 2011 sei ein gutes Jahr gewesen, aber nicht in dem erwarteten Masse. Aufgrund der (nicht eingetroffenen) Erwartungen hätte man Budgets für das 2011 grosszügiger gesprochen.

Die Konsequenz davon: Für 2012 sind vor allem die Messedienstleister wie Messebauer und weitere Ausrüster verhalten optimistisch. Aufgrund ihrer Erfahrungen im 2011 werden die Budgets für Marketing- und Kommunikationsmassnahmen verhalten, immer später und immer spontaner gesprochen. Gleichzeitig ist von den Dienstleistern zu hören, dass ihre Kunden mehr Leistung pro Messe-Euro verlangen, das heisst, ihre Wertschöpfung und Profitabilität sinkt.

Diesbezüglich teilen wir für das Messejahr 2012 die Feststellung, die der Vorsitzende des Auma, Hans-Joachim Boekstegers, bereits vor zwei Jahren gemacht hat: Als aus der Finanzkrise eine Wirtschaftskrise wurde, sind die Budgets kurzfristig gesenkt worden. Die Wirtschaftskrise habe deutlich gemacht, dass es die (Anmerkung: einheitliche, unabhängige) Messekonjkunktur nicht mehr gäbe. Wilkommen in der Globalisierung.

Urs Seiler / www.smartville.ch

 

 

 

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