Feiern Sie Ihre Misserfolge.

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Kürzlich war ich an dem Innovations Forum des Tourism Pool in Baden bei Zürich. Nein, nicht jenes mit altem Wein in neuen Schläuchen. Es war alter, aber guter Wein.

Fragestellung war: Wie werden wir innovativ? Und wie können wir diesen Prozess katalysieren? Einstein hat gesagt, die Definition von Wahnsinn sei, die selben Dinge immer und immer wieder zu tun, um danach neue Resultate zu erwarten.

Ganz richtig. Und genau darum ging’s auch in Baden: Nämlich um den Mut, auch Fehler zuzulassen, nein, nicht nur das, sondern sogar um das Schaffen einer Unternehmenskultur, die ermutigt, Fehler zu machen. Balthasar Wicki, ein erfahrener Coach von vielen Unternehmen dazu: «Feiern Sie nicht nur Ihre Erfolge. Feiern Sie auch Ihre Misserfolge». Einer der erfolgreichsten Manager der Schweiz, Marc Biever hat eingeführt, dass in den von ihm geleiteten Unternehmen Fehler nicht vertuscht, sondern belohnt werden.

Das hat seine Logik: Missverstädnisse und Fehler bilden häufig den Auftakt für eine neue Erkenntnis, auf die wir sonst nicht gestossen wären. Es kann zu einer für jedermann lernbaren Innovations- respektive Kreativitätstechnik gehören, durch eine sogenannte Reizwort-Analyse zu neuen Erkenntnissen zu gelangen.

Wir kommen vom Wort und von der Linguistik her. Deshalb hat uns eine der jüngsten Inspirationen zum Thema von Mario Pricken, besonders gut gefallen. Er empfiehlt bei der Suche nach Kreativität respektive Innovationen sich von herkömmlichen Begriffen zu befreien. Sie möchten eine neue Industriemaschine erfinden? Wie wär’s dann damit, dass sie das Wort «Maschine» aus Ihrem Wortschatz streichen und anstelle dessen ein neues finden, das seinen Zweck oder seine Anwendung emotionaler beschreibt. Die Chancen sind gross, dass sie auf diesem Weg zu Innovationen gelangen. Danach fragen Sie Ihre Kunden, wie ihnen ihr neues Produkt gefällt.

Kreativität ist grenzenlos. Entfesseln wir sie.

Urs Seiler / www.smartville.ch

Jenseits des m2: Interpack in Düsseldorf

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Der Trend zur Kongressmesse hat die Leitmessen erfasst. Die Interpack, Leitmesse für Verpackungstechnologie in Düsseldorf, ist ein massgebendes Beispiel dafür, dass zahlreiche Messeveranstalter verstanden haben, dass das Geschäftsmodell des Handels mit temporärem Immobilienbesitz für sie selber und ihre Kunden nicht mehr genügt. Messen, das wurde auf einer Auma-Tagung schon vor 10 Jahren erkannt, sind als Plattformen der Wissensgesellschaft auch Foren der Weiterbildung.

Was es bedeutet, von der Material- und Warenökonomie wegzukommen und Wissen anstelle von Quadratmetern anzubieten, wird auf der diesjährigen Interpack in Düsseldorf (Expodata 4/2011 vom 20. April) deutlich: Eines der Kongressthemen zeigt, wie Verpackungen, so widersinnig das im ersten Moment tönen mag, einen Beitrag zur Ökologie leisten können. Dann nämlich, wenn Sie hilft, den Abfall von Lebensmitteln, die verderben, zu reduzieren. Zu solchen und weiteren Themen wie Save Food, Nachhaltigkeit, Sicherheit und Convenience wird auf der Interpack vom Mai 2011 an den Rahmenanlässen viel zu hören sein.

 

Interpack: Plattform der Wissensgesellschaft

Interpack: Plattform der Wissensgesellschaft

Leitmessen sind auf dem Weg, den Wandel des m2-Denkens zum qualitativen Denken zu vollziehen. Eine Konsequenz davon ist: Die Messewirtschaft, die Aussteller- und Besucherkunden und die Öffentlichkeit, müssen umdenken und wegkommen vom quantitativen Denken. Es sind nicht mehr einfach die Höhe der vermieteten Hallenfläche oder die Zahl der BesucherInnen, an denen wir die Güte einer Messe messen dürfen. Es sind viel mehr die berühmten weichen Faktoren, die in Zukunft (match?)entscheidend für den Erfolg einer Messe sein werden.

Wie gesagt, haben viele Messeveranstalter dieses Prinzip verstanden. Jetzt ist es an ihnen, der Öffentlichkeit und der Presse diesen Paradigmawandel vom quantiativen zum qualitativen Denken zu kommunizieren.

Urs Seiler / www.smartville.ch

EuroShop 2011: Mitmachen, um dabei zu sein?

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Oder ausstellen, um zu gewinnen? Kunden, Budgets und Aufträge?

Kürzlich haben wir eine Exponentin eines namhaften Branchenverbandes der Messebauwirtschaft zu sichtbaren neuen Ausstellungstrends auf der EuroShop in Düsseldorf, die am 2. März zu Ende ging, gefragt. Ihre inhaltsreiche Messe-Analyse lautete: «Individuelle, stringent geplante und umgesetzte Konzepte mit Liebe zum Detail. Das macht einen Messeauftritt aus, da ist die Farbe des Fußbodens wirklich Nebensache – auch wenn die Architekten das nicht hören mögen». Oh, wirklich? Individuell? Stringent geplant? Mit Liebe zum Detail? Also wenn das unser Anforderungs-Profil an einen Markenauftritt im Raum wäre, dann gute Nacht.

Unsere liebe Pressdame hat dann noch einen drauf gesetzt: «Unsere Ausbeute auf der EuroShop als Aussteller war gigantisch». Gigantisch? Ich würde keine Wette darauf eingehen. Seien wir ehrlich: auf Messen läuft per se viel und Aussteller haben die Neigung, sich vom hektischen Tun blenden zu lassen und den angeblich nicht messbaren Messeerfolg mit dem berühmten Bauchgefühl zu beurteilen.
Wie man heute ausstellt, wurde unter anderem am Stand von d’art design sichtbar. Er demonstrierte eine gewisser Rückkehr zu materialisierten Messeständen. Genau, jenen mit richtigen Räumen, Dächern und Wänden. Und natürlich dem aussschlaggebenden Kriterium für jeden Messeerfolg: einer wirksamen Kommunikation. Solche Kompetenz ist mit ein Grund, dass die EuroShop 2011 die erfolgreichste (106’000 BesucherInnen) und die grösste (2028 Aussteller) war.


   Schau’ mal: Messestand ohne Dächer und Wände.                    Räume, die sprechen auf der EuroShop 2011.

Die EuroShop sah eine vollständige und radikale Abkehr von den teilweise «entmaterialisierten» Konzeptständen auf der EuroShop 2008 und 2005. Spurenelemente dieser Ideologie geisterten allerdings noch erkennbar auf dem Stand der Fachhochschule Düsseldorf herum. Die heutigen Studenten sind durch das Dogma der Nachhaltigkeit (Achtung: Grün!) und den kollektiven Zwang, am liebsten gar keine Materialien mehr zu verwenden, offenbar so eingeschüchtert, dass Ihnen darob der Realitätssinn für gebaute Identitäten (Corporate Identity) vollständig abhanden gekommen zu sein scheint.

P.S. Nehmen Sie Ihre Markenführung im Raum wieder in die eigenen Hände. Machen Sie aus Ihrer Messe ein Messe-Aktionsprogramm. Mit klaren und messbaren Umsatzzielen. Wir machen mit.

Urs Seiler / www.smartville.ch