Renaissance der Messe? Ist der Papst katholisch?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Ende 2007 erschien in der Auma-Edition die Studie Messewirtschaft 2020, Zukunftsszenarien. Sie liefert allerhand Lesenswertes, wenn man sich in sie vertieft, kann allerdings gelegentlich der Eindruck entstehen, dass Messen in Deutschland in Zukunft ohne den Kunden stattfinden werden, so marginale Aufmerksamkeit wird ihm hier gegeben. Die Befürchtung, dass die wichtigsten Leitmessen nach Asien respektive in die BRIC-Staaten nach Brasilien, Russland, Indien oder China abwandern, ist unübersehbar.

Zur Zeit läuft die Entwicklung aber genau in die umgekehrte Richtung. Dem Internet sei dank. Die Messeveranstalter haben nicht nur verstanden, dass der Paradigmawandel im Marketing auch ihr Geschäft betrifft: aus den vier P’s des Schulbuchs werden die 4 C des digitalen Marketings: Community, Co-Creation, Customization, Conversation. Was bedeuten die 4 C für die Messewirtschaft?

Community-Marketing ist die Verlängerung der Messe über die Messehallen hinaus. City-Branding ist das Trendthema der Messewirtschaft. Neben Mergers + Acquisitions (Übernahmen).

Co-Creation: Messeplätze haben verstanden, dass der Prosumer von heute mit seiner Marke selber etwas schaffen will. Am besten etwas, das ihm oder ihr hilft, seinen eigenen unternehmerischen Erfolg zu vergrössern. Die Interzum-Messe Köln hat zu diesem Zweck eine digitale Postkarte für jedermann entwickelt, der sich bei seinen Kunden auf massgeschneiderte – eindrückliche – Weise in Erinnerung rufen will.

Customization bedeutet, für jeden Kunden ein gesondertes, individuelles Angebot anzubieten. Mass-Customization hat viele Branchen erfasst.

Conversation: im Zeitalter von sozialen Webpages wie Facebook, Twitter, Xing erreicht man mit digitaler Conversation jene User, die (noch) nicht auf die Messe kommen. Aber Achtung: wie hat ein renommierter Trendforscher formuliert: Off = On. Es bedeutet: sämtliche Online-Conversation verfolgt stets ein und nur ein finales Ziel: sich in der realen Welt zu treffen. Auf Ihrer Messe?

Warum nicht?

Urs Seiler / www.smartville.ch

 

Messeplatz Schweiz: die starke Nummer Zwei

Written by Urs on . Posted in Messe CEO

Die als eher gemächlich geltenden Berner legen einen Zahn zu: nach der Übernahme von sechs Wigra-Messen an Standorten in Bern, Basel, Genf und Zürich gab die Bea-Gruppe im Dezember 2009 auch die Erhöhung des Eigenkapitals bekannt. Willi Gyger, Inhaber und CEO der Wigra Gruppe, nimmt Einsitz in den Verwaltungsrat der BEA bern expo AG.

Wie Willi Gyger, einer der umtriebigsten und kreativsten Messemacher der Schweiz in einem privaten Gespräch mit ursseiler.ch festhielt gehört es zu seinem erklärten Ziel, zusammen mit der Bea-Gruppe eine starke Nummer Zwei auf dem Messeplatz Schweiz zu bilden. Dazu braucht es natürlich mehr als das Hin- und Herschieben einiger Messen von einem zum anderen Veranstalter.

Aber die Bea-Gruppe hat in den letzten Jahren weit mehr als zufällige Akquise betrieben. Mit Blick auf einen langfristigen Ausbau wurden auch die Infrastrukturpläne vorangetrieben. Ende August 2009 erfolgte der Baustart für eine neue, zweigeschossige Messehalle. Das Grossprojekt soll im 2011 abgeschlossen werden. Nach der vorangegangenen Sanierung präsentiert sich die Gruppe heute mit neuem Schwung und ist auf gutem Weg, die der schweizerischen Hauptstadt angemessene starke Rolle im nationalen Messekonzert zurück zu erobern.

Jetzt wird es darum gehen, mit Community-Marketing und Standort-Marketing weitere Kreise von Anspruchsgruppen als die Messebesuchenden zu erschliessen.

Urs Seiler / www.smartville.ch