Überleben der Bestangepassten

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Jetzt ist es offiziell: Das Messejahr 2009 wird als das schwierigste seit dem Ende des New Economy Booms im 2002 in die Geschichte eingehen. Nach vorläufigen, teilweise geschätzten Ergebnissen sind in Deutschland (in der Schweiz existieren keine vergleichbaren Branchenzahlen) die Ausstellerzahlen um 3 bis 4 Prozent zurückgegangen, bei den Besuchereintritten und der vermieteten Hallenfläche müssen Rückgänge von 8 bis 9 Prozent respektive 5 Prozent in Kauf genommen werden. Das prognostizierte Hans-Joachim Boekstegers, Vorsitzender des Ausstellungs- und Messeausschusses der Deutschen Wirtschaft am Auma-Herbstpressegespräch vom 11. November.
 
Die rundum angespannte Situation bei Messeveranstaltern und Messebauern hat im 2009 zu den bekannten Überreaktionen geführt: Aussteller führen Schein-Wettbewerbe für Messe-Etats, aus welchen undurchsichtigen Gründen auch immer, durch. Einige Messeveranstalter und Messebauer nehmen die wirtschaftliche Rezession und die rückläufige Auftragslage zum Anlass, um ihr irrationales Geschäftsverhalten aus guten Zeiten noch zu verstärken: sie senken ihre Preise um bis zu 50 Prozent, um ihren Betrieb wenigstens teilweise auszulasten. Die entsprechende Taktik mag hier und da kurzfristig aufgehen. Entsprechende Unternehmen werden aber auch in Zukunft zu den Verlierern gehören, weil sich ihre Kunden an das tiefe Preisniveau gewöhnen.
 
Den Wettbewerben werden nicht einfach die Stärksten oder Grössten überleben, sondern jene, die sich den Veränderungen am besten anpassen. Survival for the Fittest im Darwinschen Sinn bedeutet auch, Veränderungen mit veränderten Taktiken anzugehen. Wir setzen uns hier gerne dem Vorwurf aus, aus dem Theoriebuch zu argumentieren, wenn wir auf die Notwendigkeit von antizyklischem Verhalten hinweisen, aber zu viele positive Beispiele sehen wir rund herum. Setzen Sie Ihre Etats, auch wenn sie reduziert sind, anders ein. Verstärken Sie Ihre Below-the-Line-Aktivitäten. Stellen Sie auf weniger Messen aus, aber mit klar definierten Umsatzzielen, rufen Sie sich mit flankierenden Public Relations-Massnahmen bei bestehenden  und potenziellen Kunden in Erinnerung. Entwickeln Sie alternative Akquise-Methoden. Sie erhalten in der momentanen Krisenstimmung viel, viel mehr Aufmerksamkeit. Der Erfolg wird nicht ausbleiben.
 
Bleiben wir dran, gemeinsam. Auf ein gutes 2010.
Urs Seiler / www.smartville.ch