Wie gesund ist die deutsche Messewirtschaft?

Written by Urs on . Posted in Messe CEO, Messe Manager

Auf der Auma-Hauptstadttagung in Berlin im Mai 2009 war nichts von einer Krisenstimmung unter den deutschen Messemachern zu spüren. Vielmehr schien «business as usual» zu herrschen, auch was den Umgang mit einer wirtschaftlichen Rezession betrifft. Es ist nicht das erste Mal, dass die Kennzahlen der Veranstalter im Ganzen gesehen rückläufig sind. Ebenso wenig ist es eine neue Situation, dass jetzt wieder Hochkonjunktur herrscht bei den Untergangspropheten zum Medium Messe. Was ist davon zu halten?


Nach einem Rekordjahr im 2008 liegen die Aussteller- und Flächenzahlen im ersten halben Jahr gemäss den jüngsten Auma-Erhebungen hinter denen des Rekordjahres 2008 zurück. 2 bis 3 Prozent weniger Aussteller nahmen an den überregionalen Messen teil, die vermietete Standfläche reduzierte sich in der gleichen Zeit um rund 5 Prozent. Die Besucherzahlen sind gemäss dem Auma um nahezu 10 Prozent zurückgegangen.
Vergleichen wir die Messewirtschaft mit, sagen wir der Medienlandschaft, so gibt es zur Zeit wohl nicht wenige Verleger, die mit einem Minus von 10 Prozent noch zufrieden wären.

Die These, wie sie auch schon aufgestellt wurde, dass grosse Medienhäuser im Wettbewerb der Messemacher im Vorteil seien, ist deshalb falsch, weil diese zur Zeit mit den eigenen Problemen beschäftigt sind. Und weil die digitale Zukunft, als Vertriebskanal für die Abwicklung von Messen (nicht als deren Alternative) dieses Medium stärkt, während das Internet heute noch die Verlagslandschaft schwächt. Noch kaum ein Verlag, der die digitale Herausforderung im Griff hätte.
Wir teilen deshalb die Ansicht des Auma-Vorsitzenden, dass es eine Finanz- und Wirtschaftskrise gäbe, aber keine Messekrise.

Und was meinen Sie?

Urs Seiler / www.smartville.ch