Tagesgeschäft oder Messe?

Written by Urs on . Posted in Aussteller, Messe CEO

Es wird oder ist in der Messe- und Eventwirtschaft bereits zu substanziellen Budgetkürzungen gekommen. Das ist für die meisten Dienstleister keine ungekannte Situation, und entsprechend stellt man sich ohne Panik auf die neue Lage ein. Das ist der Tenor unter Schweizer Messebaufirmen. Es ist aber unübersehbar, dass die ganz grossen Messen in Form von Budgetkürzungen oder sogar Rückzügen von Ausstellern erste Leidtragende des wirtschaftlichen Abschwungs sind und noch sein werden.

Das berühmteste PR-Büro der Schweiz hat kürzlich erklärt, wer in der Werbewirtschaft die Gewinner des verschärften Budget- respektive Verdrängungswettbewerbs sein werden: Jene Agenturen, die in den kommenden Monaten und Jahren nicht mehr bloss schöne Slogans und Bildchen für ihre Auftraggeberkunden fabrizieren, sondern dieses Talent mit den ökonomischen Anforderungen ihrer Auftraggeber zu verbinden wissen.

Genau das Gleiche gilt für die Dienstleister der Messewirtschaft und sogar die Veranstalter selber: Es wird in Zukunft noch vermehrt darum gehen, seinen Kunden neben einem guten Produkt auch Wege beim Einsatz desselben für eine erfolgreiche Markenkommunikation aufzuzeigen. Dass dieser Weg bei der grossen Zahl an Ausstellern ein steiniger ist, wurde uns selber in den letzten Wochen klar.

Es gibt immer noch Aussteller, die auf Weltleitmessen beträchtliche Budgets für ihre Messeteilnahme aufwenden, um dann die Hausaufgaben wie das Bestimmen eines Messeziels und das Management desselben sträflich zu vernachlässigen. Angeblich wegen des drückenden Tagesgeschäfts, als ob Messeteilnahmen nicht gerade zur Ankurbelung desselben da wären. Bei der entsprechenden Aufklärungsarbeit hat die gesamte Branche der Dienstleister eine Mitverantwortung. Es gibt viel zu tun, packen wir’s an.

Urs Seiler / www.smartville.ch